Fünf Kilo Kerzen im Koffer

Was – um Himmels willen – bringt ein schwäbischer Pfarrer als Gastgeschenk mit, wenn er Kirchengemeinden in Kenia besucht? Johannes Streib, evangelischer Pfarrer in Gomadingen, packte fünf Kilogramm weiße Kerzen, zwei schöne Altardecken und noch allerlei kleinere Geschenke ein, bevor er im Oktober nach Afrika flog.

Als erster Pfarrer aus dem Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen stattete er Karai einen mehrtägigen Besuch ab. In einer sehr persönlichen Ansprache vor der Personalversammlung legte er vor allem Lehrern und Heimpersonal einen liebevollen Umgang mit den Kindern ans Herz, wie ihn auch Jesus praktiziert hat.

Das Skype-Meeting mit einigen Heimkindern und der Sternbergschule Gomadingen fiel zwar wegen technischer Probleme bei der Bildübertragung nicht ganz so aus, wie geplant. Aber für kurze Zeit gab es doch einen Kontakt über 8 000 Kilometer hinweg mit winkenden und lachenden Kindern. Die 200 Euro-Spende der Schule, die Streib mitgebracht hatte, soll für neue Spielgeräte auf dem Schulhof in Karai verwendet werden.

Eine erste Kerze bekam Pfarrer Robert Mbugua von der örtlichen Presbyterianischen Kirche, die eine enge Beziehung zum Projekt Karai pflegt. Weitere Kerzen und die Altardecken gingen an Gemeinden in Nairobi und Eldoret. Das Bild eines mehrstündigen, farbenfrohen und sangesfreudigen Gottesdienstes dort war eine der schönsten Erinnerungen, die Johannes Streib mit zurück auf die Alb nahm.