Corona- eine ungeahnte Herausforderung und Gefahr

Das Corona-Virus, das inzwischen auch in Afrika auf dem Vormarsch ist, stellt Projekt und Stiftung vor ganz neue, ungeahnte  Herausforderungen. Dasselbe gilt auch für  andere Projekte im Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen, die sich regelmäßig am Runden Tisch Afrika austauschen und gemeinsam Afrikafeste veranstaltet haben.

Während Deutschland auf den Höhepunkt der Krise zusteuert, steht Kenia erst am Anfang. Marlene Zierheim, die Vorsitzende des Stiftungsvorstandes berichtet, wie man sie in Karai  zu bewältigen versucht: Grundschule und Berufsschule sind wie alle Schulen in Kenia geschlossen und die Lehrer zu Hause. Im Heim sind nur noch 20 Kinder, die von möglichst wenigen Mitarbeitern beschäftigt und versorgt werden. Jetzt zahlt es sich aus, dass die Sozialarbeiter in oft mühsamer Arbeit die Familien der Kinder ausfindig machen und den Kontakt wenn irgend möglich wieder herstellen. Der krebskranke Stanley, bei dem die Chemotherapie bisher sehr gut anschlägt, hat jetzt einen eigenen Schlafraum und muss notfalls ganz isoliert werden.

Anstatt die üblichen öffentlichen Transportmittel mit hohem Infektionsrisiko zu benutzen kommen  die Angestellten zu Fuß oder werden mit dem Auto abgeholt. Generalmanager Moses Chege hat es zum Glück nicht weit und ist täglich vor Ort. Finanzmanagerin Joyce Wangari arbeitet zu Hause, auch weil ihre Kinder nicht in die Schule können. Alle Freiwilligen sind gerade noch rechtzeitig nach Deutschland abgereist, darunter auch einer, der erst 5 Tage vorher angekommen war.

In der Stiftung macht man sich große Sorgen um Kenia, um Kinder und Personal in Karai und um die vielen Freunde im Land. Standard und Kapazität des Gesundheitswesens liegen weit unter dem in Europa, von ein paar exklusiven Kliniken abgesehen. Die wenigsten Kenianer haben eine Krankenversicherung. Und wo sollen sich die Menschen mit günstigen Lebensmitteln eindecken, wenn die offenen Märkte geschlossen werden? Wovon sollen die vielen kleinen Händler ihre Familien ernähren, wenn sie nicht verkaufen dürfen? Wenn im Tourimus nichts mehr geht sind Hundertausende einfach arbeitslos – ohne auf ein soziales Netz oder ein dickes finanzielles Hilfspaket von der Regierung rechnen zu können.

Mit ziemlicher Sicherheit wird die Krise auch Karai und die anderen Afrikaprojekte im Kirchenbezirk finanziell treffen: Schulgebühren fehlen, Lehrergehälter müssen aber weiterlaufen. In den Werkstätten der Berufsschule kann nichts produziert werden. Spendenveranstaltungen hier und in Kenia können nicht stattfinden.